Geschichte

Das Gasthaus zum Sternen

Das alte Gasthaus zu Sternen stand bis 1928 weiter unten im Schachen, wo jetzt das Postbüro Muotathal sich befindet. 1928 wurde dieses alte Gasthaus Sternen aufgelöst und das Wirtepatent verkauft.

Martin Betschart-Ulrich 1883-1964 „Veetokters Märtel“

Aufgewachsen auf dem oberen Hengsthoren auf Kreuz. Sein Vater aus dem ober Enggeli war schon als „Veetokter“ tätig und bekannt: mit alten überlieferten Naturheilmitteln halt er bei allerlei Viehkrankheiten und Unfällen; das hatte nun auch sein Sohn Martin gelernt und zeigte darin ein besonderes Geschick und Können.

1909 baute er dieses Haus hier auf der Schachenallmeind. “
1909 „Martin Beschart Sticker… ein neu erbautes Wohnhaus mit Umgelände im Schachen Nr. 1247, stosst an die Strasse Schachen-Hinterthal und an den Gartengang (Allmeind)“ – im Keller war ein Gadenteil.
1909 „Die Genossame hat zu kaufen gegeben dem Sticker Martin Betschart ein Stück Land auf den Genossenallmeind. Darauf steht nunmehr ein neurbauten Wohnhaus…
1909 „Martin Beschart Sticker… ein neu erbautes Wohnhaus mit Umgelände im Schachen Nr. 1247, stosst an die Strasse Schachen-Hinterthal und an den Gartengang (Allmeind)“ – im Keller war ein Gadenteil.
1909 Heirat mit Karolina Ulrich von Dürrenboden im Bisisthal. Er arbeitete als kleiner Bauunternehmer da und dort (Strassenstücke, Gebäude), als Sticker, um eben viel als gesuchter Veetokter.
1913 Amtblatt (426) Fleischschauer: „Martin Betschart Stiker“
1919 Amtsblatt (154) Viehhändler:“Martin Betschart Schachen“
1920 Amtblatt (681) Handelsregister:“Martin Betschart Handlung ober Schachen: Spezerei und Droguerie“
1923 Wegrödel II 21: „aus der Landstrasse bei Martin Betscharts Haus im Oberschachen ein Fussweg über die Schachenallmeind und die Wehriplätz gegen den Klostersteg“
1925 Wasserleiti: „Betschart Martin, Tierarzt, für Haus und Ställi“
1927 Amtsblatt (861) OA: „Bauplatzgesuch des Martin Betschart Schachen für Neubau eines Wohnhauses auf dem Gutentalboden auf Bergen“ – er wollte dort ein Sommerwitschäftli bauen, was ihm aber offenbar nicht bewilligt wurde.
1928 eröffnete er in seinem Haus die Wirtschaft zum Sternen und musste dafür nach damaligem Gesetz 3 alte Wirtepatente zusammenkaufen: das von Sternen im Schachen, das vom Wilden Mann im Tristel und das vom Bären im oberen Schachen.
1931 Schuldbrief „Martin Betschart Handlung im Schachen“
1934 Genossame S. 19: „32 Gasthaus Sternen, 33 Ställein des Martin Betschart“ – er hielt da für den Hausgebrauch eine Kuh.
1935 „Die Genossame hat zu kaufen gegeben dem Martin Betschart, Handlung Schachen, 2 kleine Stücklein Land ab der Schachenallmein…“ – damals hat er wohl den grossen Saal angebaut.
1935 „50 Jahre Feuerwehrverein. Es wurde ein Unterhaltungsabend im Gasthaus Sternen durchgeführt, im festlich geschmückten Saal“
1935 litt ich an einer unangenehmen „Kalberrüdi“ (Hautausschlag) um den Hals herum. Als alles Salben nichts nützte, rief man Veetokters Märtel zur Hilfe: er kam und legte mir seine Hand auf die Achseln, strich sie mehrmals langsam über meine Arme hinuter und schüttelte sie in der Luft aus – und die Rüdi ging weg und kam nie wieder.
1936 Pragelstrasse (21): „Martin Betschart zum Sternen Fr. 500.-“
1943 S.10 Oberer Schachen: „da ist das Gasthaus zum Sternen“ – S.41 Tierarzt: „Martin Betschart zum Sternen“ – S. 43 „Wirtschaft zum Sternen, Martin Betschart“
1948 Schuldbrief: „Martin Betschart zum Sternen im Schachen… ein Stück Land mit Wohnhaus „Gasthaus zum Sternen“, Saalanbau und Werkstätte“ – die Werkstätte war die Schreinerei für den Sohn Josef.
1956 starb die Frau Karolina Betschart-Ulrich
1957 übergab er Haus und Wirtschaft seinem Sohne Paul
1964 starb Veetokters Märtel. Seine Tochter Hildi hat schon als Mädchen dem Vater viel helfen müssen bei der Suche von Heilkräutern und bei der Zubereitung von Heilmitteln für das kranke Vieh; sie hat vieles davon aufgeschrieben und es war nach ihren Aussagen wirklich erstaunlich, was dieser Veetokter alles wusste und wie viel er heilen konnte.

Kinder (Betschart-Chronik S.62):
Lina 1910 (verh. mit Josef Arnold in Bürglen) – Josef 1912 (nachfolgend) – Marie 1914 (starb 1941) – Anna 1916 (verh. mit Alfred Schelbert vom Rössli) – Elisa 1918 (verh. mit J.M. Betschart in Seewen) – Agnes 1919 (verh. mit Förster Josef Schelbert Wyl) – Hilda 1921 (verh. mit Hans Gwerder, Klosterstrasse 9) – Paul 1923 (Nachfolger) – Ida 1924 (verh. mit Paul Betschart vom Wichel, Lehrer in Morschach) – Ottilia 1926 (verh. mit Walter Schäfer in Altdorf) – Agatha 1928 (verh. mit Melk Suter, Marktstrasse 41) Emma 1930 (verh. mit Franz Vetter in Rickenbach SZ)

Der älteste Sohn Josef Betschart 1912-1984 hätte nach dem Wunsch des Vaters Tierarzt studieren sollen und kam ans Kollegi nach Schwyz und Stans. Er litt aber an unstillbaen Heimweh, gab das Studieren auf und lertne schreinern bei Länze Melke Seff im unteren Schachen. 1942 heiratete er mit Marie Nideröst von Aufiberg und 1948 erbaute er nahe beim Vaterhaus ein eigenes Haus mit Schreinerei (Klosterstrasse 2). 1984 starb er (Nachruf SZ und Bote 26. Okt. 84. – Familie: Betschart-Chronik S.62) – 1987 „Hölziges Jubiläum: 50 Jahre Schreinerei Josef Betschart beim Sternen“ (SZ 15. Dez. 87)

1951 Heirat mit Marie Suter (Bälzelis am Rambach).
Er arbeitete in der Schreinerei Hediger (Präsidenten).
1957 übernahm er vom Vater das Haus und die Wirtschaft zum Sternen.
1965 erbaute er aus dem ehemaligen Stall eine Jugendherberge.
1977 gab er das Wirten auf, baute sich ein eigenes Haus an der Klosterstrasse 6 und verpachtete den Sternen.
1989 verkaufte er das Vaterhaus zum Sternen.
1989 Zeitungsmeldungen: nachdem die Familie Betschart-Suter mehr als 22 Jahre den Gastbetrieb zum Sternen mit dem grossen Saal vorzüglich geführt hat, ist nun der Betrieb seit anfangs Jahr geschlossen. Die Vereine stehen vor grossen Schwierigkeiten, wo sie ihre Anlässe durchführen können. Der Saal mit rund 250 Plätzen ist ans Militär vermietet.

Neue Besitzer: Wilhelm und Verena Janz-Ramseier aus Burgdorf
1989 im Herbst ging der Sternen mit dem grossen Saal an dieses Paar über, das früher auf dem Stoos das Restaurant Montana geführt hatte. Nun ist der grosse Sternensaal wieder offen für die Vereinsanlässe… (Zeitungsmeldungen)

Der Gasthausname „Zum Sternen“
Er gehört wie der Name „Zur Sonne“ zu den beliebten und verbreiteten Wirtshausnamen, die jetzt auch ins Tal kamen. Lustigerweise ist dieser Name schweizerdeutsch eingebürgert; schriftdeutsch müsste er heissen „Zum Stern“ oder „Zu den Sternen“ (vgl. auch „Zum Hirschen“)